Markt- und Meinungsforschung mit dem Social Web
Die klassische Markt- und Meinungsforschung mit ihren Instrumenten wie z.B.: Interviews, Gruppendiskussionen (auch Fokusgruppe), Beobachtungen hat sich im Laufe der Zeit gut etabliert und als erfolgreich erwiesen, allerdings ist die Durchführung komplex und die Kosten sind hoch.
Ein weiter Kritikpunkt ist das alle Erhebungsinstrumente das Objekt beeinflussen (die Beobachtung könnte man ausschließen) und somit verzerrte Ergebnisse liefern. Stichwort: Soziale Erwünschtheit. Noch ein Aspekt, vielleicht nehmen Ihre treuesten und schlauesten Kunden gar nicht an ihrer Fokusgruppe teil, vielleicht kennen Sie sie gar nicht, damit geht wertvolles Feedback verloren.
Warum den eigentlich der ganze Aufwand?
Im Web sprechen Konsumenten doch ohnehin gerne über ihre Erfahrungen mit Produkten, Dienstleistungen und Marken. Sie tun es auf ihren eigenen Blog, sie kommentieren auf den Blogs ihrer Freunde, diskutieren in Foren, bewerten und meistens schreiben sie lieber über negative Dinge.
Hören Sie Ihren Kunden gut zu!
Nehmen Sie die Bedürfnisse ihrer Kunden auf! Wo sonst bekommen Sie so zahlreiches kostenloses Feedback, welches Sie in Ihre nächste Produktentwicklung einfließen lassen können.
I don’t think people realize how free and easily accesible market research is through Twitter. In other ways that most realize. (von Cheryl Harrison)
Social Media macht es der Markt- und Meinungsforschung leichter an zusätzliche Informationen zu kommen, denn die Konsumenten sind in ihrer natürliche Umgebung und fühlen sich nicht beobachtet. Natürlich wissen sie das die Informationen öffentlich allen zur Verfügung stellen, doch das ist den Meisten zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht so deutlich bewusst. Das hat eine Auswirkung auf die Authentizität der Meinungen.
Wie kann ich zuhören?
Stichwort: Social Media Monitoring. Entweder Sie Monitoren (Artikel dazu - ein detaillierterer folgt – RSS Feed abonnieren
) alle für Ihr Unternehmen wichtigen Keywords auf sämtlichen, für Ihre Kunden, relevanten Social Media Plattformen. Oder sie schaffen selbst eine Plattform auf welcher sich Ihre Kunden einbringen können, quasi eine dauerhafte Fokusgruppe. Die Teilnehmer dieser entlohnen Sie mit Gutscheinen oder besonderen Privilegien – viele Blogger sind sehr froh über solche Privilegien und geben sehr gern ihren Kommentar und ihre Ideen zu etwas ab. Dell (Ideastorm) und Starbucks (My Starbucks Idea) sind wunderbare Beispiele, dort können Kunden ihre Ideen einbringen, andere können diese Bewerten und kommentieren, dann folgt ein Review seitens von Starbucks / Dell und anschließend berichtet z.b. Starbuck in ihrem “Ideas in Aktion” Blog über die Umsetzung der Ideen.
Achtung aufpassen
Nicht die gesamte Bevölkerung ist im Social Web Anteilsmäßig gleich vertreten und es reden nur die, die reden wollen und das ist nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung.
Wichtig! Was passiert mit Ergebnissen? Wie werden sie weiterverarbeitet? Wie werden Sie interpretiert? Wie wird dieser Prozess dokumentiert? Wer ist dafür zuständig?
Zum Schluss noch ein Link zu einem guten Interview (English) mit Joel Rubinson, Chief Research Officer of the Advertising Research Foundation über Using Social Media To Transform Research.
Important!
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Comments
Super Beitrag! Das ist für mich derzeit eines der wichtigsten Themen in Kundengesprächen: zu erklären, dass das Social Web eben kein weiterer Distributionskanal ist, sondern *jede* sinnvolle Kampagne mit einem guten Monitoring-Setup beginnt.
@ritschie Das Social Web ist auch ein Distributionskanal, dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Aber als Feadback-Instrument wird es weitgehend unterschätzt und das ist eben der springende Punkt, den man den meisten erst einmal klar machen muss.
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Super Beitrag! Das ist für mich derzeit eines der wichtigsten Themen in Kundengesprächen: zu erklären, dass das Social Web eben kein weiterer Distributionskanal ist, sondern *jede* sinnvolle Kampagne mit einem guten Monitoring-Setup beginnt.
@ritschie Das Social Web ist auch ein Distributionskanal, dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Aber als Feadback-Instrument wird es weitgehend unterschätzt und das ist eben der springende Punkt, den man den meisten erst einmal klar machen muss.



Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Erhebungen auch zum Teil automatisiert machen kann. Man schreibt entsprechende Software, die auf den Plattformen nach Keywords lauschen und hohlt sich dann entsprechend die Einträge ab…