Bedeutung von Social Media für Unternehmen

Der Begriff Social Media ist in aller Munde und hat 2008 einen großen Aufstieg hinter sich. Was, noch nichts davon gehört? Gut vielleicht hat man in Österreich noch eher weniger davon mitbekommen, aber zumindest in PR Kreisen am amerikanischen Markt kann man es sich nicht mehr leisten Social Media nicht zu kennen. Schön langsam fängt man auch hierzulande an sich für dieses Thema zu interessieren. Ich wette Ende 2009 werden auch in Österreich alle PR Agenturen zumindest davon gehört haben, hoffe ich (für Sie).

Was ist Social Media?

Social Media Angebote sind Webdienste und Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen. Als Kommunikations-mittel wird dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Populäre Medien sind dabei Internetforen, Social Networks, Communities, Weblogs, Podcasts, Social News Websites, Foto- und Videoplattformen, Wikis und Social-Bookmarking-Dienste.” (wiki)

Dieser Satz ist von Wikipedia und beantwortet die Frage sehr schön in einem Absatz. Sie haben einige Begriffe davon noch nicht gehört? – Dann lesen Sie bitte bei Wikipedia nach, es würde diesen Artikel bei weitem sprengen alle diese Begriffe zu erklären.

„Social Media unterscheiden sich primär dadurch von den traditionellen Massenmedien, als dass sie auf Interaktion beruhen. Es besteht kein Gefälle mehr zwischen Sender und Rezipienten. Die Benutzer erstellen gemeinsam ihre eigenen Inhalte (benutzergenerierte Inhalte oder User Generated Content).” (wiki)

Tradionelle Massenmedien haben einen Sender, viele Empfänger und KEINEN öffentlichen, ungefilterten Rückkanal in Echtzeit. Ein Beispiel wäre eine Anzeige in einer Zeitung oder ein PR Artikel. Wie oft wurde diese Anzeige/Artikel angesehen? Wie viele zusätzliche Verkäufe gab es dadurch? Fragen die in traditionellen, gedruckten Medien nicht eindeutig messbare Variablen sind.

Theoretisch gab es einen Rückkanal per Post/Telefon, dieser war jedoch nicht öffentlich, stellte durch den Aufwand der Verbindungsaufnahme eine erheblich größere Hürde dar. Nur Journalisten hatten die privilegierte Position ihre Leser direkt zu erreichen, sie waren jahrelang der Gatekeeper (Filter) für öffentliche Informationen. Alles passierte sehr viel langsamer schließlich war zwischen dem Schreiben und dem Lesen noch eine Druckpresse und ein Distributionssystem.

Heutzutage kann sich ein Thema innerhalb von Minuten (z.B. via Twitter) um den ganzen Erdball verbreiten, seien es Nachrichten von Naturkatastrophen oder darüber, dass ein Kunde von ihrer Supporthotline ungerecht behandelt worden ist. Minuten später weiß es die Welt und die Nachricht nimmt weiter ihren Lauf.

Wo ist mein potenzieller Kunde?

Aus der zunehmend heterogener werdenden Gesellschaft mit ihren vielen gestreuten (Mikro)-Interessen, ergeben sich fragmentierte Zielgruppen, Marktnischen, Special Interesst Medienangebote. Kurz gesagt wir (Jungen) schauen nicht mehr alle die ZIB und lesen nicht mehr alle die Kronenzeitung, es ist nicht mehr so einfach uns alle zu erreichen.

Wir leben in einer nach wie vor in einer Aufmerksamkeitsökonomie, doch früher waren nur wenige Player am Markt welchen die gebündelte Aufmerksamkeit der Konsumenten galt, doch durch die zunehmende Informationsflut splittet sich nun die Aufmerksamkeit des Einzelnen auf viele Marken auf. Aufmerksamkeit ist ein unbegrenztes Gut.

Was reden DIE über mich?

Wir reden über Sie, ja SIE oder ein anders Unternehmen, wir tun es ohne zu fragen. Vor der Verbreitung des Internets gab es keine Möglichkeit dazu. Nun wird alles gute und alles nicht so gute offen ausgesprochen, alles bewertet mit Videos und Fotos dokumentiert und Unternehmen haben keine Kontrolle darüber, Zensur ist nicht möglich. Artikel zu Social Media Monitoring.

Verkünde das Wort!

Die Zeit des „Interruptive Marketings” in der unsere Aufmerksamkeit mit störenden Werbepausen erkauft (€) wurde ist vorbei. Wir wollen nicht gezwungen werden uns passiv Werbung anzusehen die uns nervt. Dies hat inzwischen negative Auswirkungen auf das Markenimage.

Wir entwickeln uns von einer Zeit in der sich Unternehmen die Aufmerksamkeit „erkauft” haben, hin zu einer Zeit wo es mehr um die Bildung von Communities (Buchtipp – Tribes) rund um das Unternehmen geht. Es ist wichtig für eine Marke die treuesten Kunden zufrieden zustellen, zu binden, Vertrauen aufzubauen und sie zu Fans zu machen, zu kostenlosen Mitarbeitern, zu Missionaren ihrer Marke. Dadurch werden diese zu Mulitplikatoren der Markenbotschaft und verbreiten die frohe Botschaft an ihre Freunde und wie wir wissen ist Mundpropaganda die effektivste Werbung die es gibt. 83% glauben den Empfehlungen ihrer Freunde – Quelle.

Ist das ein… Trend?

Bei diesen Entwicklungen handelt sich nicht um einen vorübergehenden Trend, das war erst der Anfang – dafür lege ich meine Hand ins Feuer – 2009 werden Unternehmen sich auch in Europa und Österreich diesem Thema widmen müssen, die Dialoge finden statt  – mit oder ohne Sie. Ich wäre an Ihrer Stelle lieber dabei.

Important!

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Comments

Social Media ist vor allem schnell. Eine echte Kontrollinstanz wäre es, wenn fundierte Informationen transportiert werden.

Fundierte Informationen sind durch den freien Zugang der Mitteilungswilligen aber nicht mehr regelmäßig zu erwarten.*

Was soll ein Unternehmen also tun?

Ist es nicht so, daß Unternehmensangebot und jede menschliche Handlung (auch Kaufhandlungen von Nachfragern)
ohnehin ethischen oder noch höheren Kriterien genügen sollten?

Dann braucht man sich um Social Media nicht mehr zu kümmern – und kommt auch nicht in Versuchung, Nachrichten auf diesen Plattformen zu manipulieren.

*Was Kommunikation und Führung angeht: Da vertraue ich den Überlegungen Platons mehr als einer Demokratisierung. Das sieht man bei jeder Wahl.

Ich denke die Qualität und der Wahrheitsgehalt von Informationen ist immer ein Thema. Insofern schult uns das Internet sogar darin, unsere eigenen Meinung über Informationen und Meinungen zu bilden.

Ich würde dennoch darauf hinweisen, dass diese Webdialoge in einer sehr begrenzten Zielgruppe stattfinden. Für z.b. iphone, goggle phone und notebooks besteht da kein zweifel, dass es große auswirkungen hat.

gespräche, dialoge werden von menschen geführt. auch im web. entsprechend reden diese auch über themen die sie interessieren.

für einen staubsauger hersteller schaut das anders aus, denn die durchschnittliche mutter ist (noch) nicht in social networks und blogs unterwegs – und auch deren “freundinnen” nicht. da wirkt die postwurfsendung stärker.

also. nix “verallgemeinern”. weder dass es irrelevant ist noch dass es DIE entscheidende sache für alles ist.

@Offenbacher

Diese “begrenzte Zielgruppe” wird immer größer und wird vor allem von Meinungsmacher geführt, welche wiederum anderer Leute (Freunde, Bekannte) Meinung (sprich Kaufentscheidung) beeinflussen.

Ob der aktive Dialog für das jeweilige Unternehmen das Richtige ist, muss man individuell entscheiden. Aber zu wissen ob und über was da draußen so gesprochen (geschrieben) wird ist für jedes Unternehmen ab einer bestimmten Größe interessant.

[...] einem früheren Artikel habe ich mich bereits zu der Bedeutung von Social Media für Unternehmen geäußert. Nun habe ich ein tolles Video entdeckt welches in 3 Minuten sehr schön erklärt [...]

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